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Pressemitteilung vom 8.9.26: Kriminalpolizei durchsucht erneut das AZ

8. September 2026 - AZ Allgemein, Text-Veröffentlichungen

Nach den Ereignissen des gestrigen Tages, nachzuvollziehen in der Pressemitteilung zu den Ereignissen am 6.9., kam es am Montag, den 07.09.2026 zu weiteren Maßnahmen am Autonomen Zentrum.

Als in den Morgenstunden des 7. Septembers die letzten Personen das AZ verlassen hatten und die Maßnahmen beendet waren, wurde das AZ verschlossen und der Zutritt verwehrt. Gegen 17 Uhr versammelten sich Beamte der Kriminalpolizei vor dem AZ. Obwohl während der gesamten Zeit der Vorstandes erreichbar war, wurde die Tür erneut aufgebrochen und unsere Räumlichkeiten von der Kriminalpolizei durchsucht, ohne ihn hinzuzuziehen. 

Wir forderten die Polizei mehrfach dazu auf, uns einen Durchsuchungsbeschluss zu zeigen, uns einen Grund für die Durchsuchung zu nennen und uns an die Einsatzleitung zu vermitteln. Diese Forderungen wurden verweigert oder vertröstet. Der offizielle Grund der Durchsuchung wurde uns erst um 18:30 Uhr, mehr als eine Stunde nach dem Eindringen der Kriminalpolizei in das Autonome Zentrum, mitgeteilt. Das erneute gewaltvolle Eindringen wurde mit dem vortäglichen Tatvorwurf im Rahmen der Demonstration legitimiert. 

Unser Recht, die Durchsuchung durch unseren Vorstand und eine*n weiteren Zeug*in begleiten zu lassen wurde uns, auch nach mehrfachen Kommunikationsversuchen, verwehrt. Auch unabhängige Zeugen des Ordnungsamtes, welche bei solchen Durchsuchungen anwesend sein müssen, wenn keine anderen
befugten Personen dabei sind, waren zu keinem Zeitpunkt vor Ort. Mehrfach wurde unsererseits Widerspruch gegen die Maßnahmen eingelegt, auch durch unseren Anwalt, welcher uns telefonisch begleitete, und mit dem die Polizei die Kooperation verweigerte.

Gegen 21 Uhr wurde die Maßnahme seitens der Polizei beendet und wir konnten uns ein Bild des Zustandes unserer Räumlichkeiten machen. Der verursachte Sachschaden ist noch nicht zu beziffern, ist aber erheblich. Ein Protokoll der beschlagnahmten Gegenstände wurde unserem Vorstand, der verspätet der Maßnahme beiwohnen konnte, vor Ort nicht ausgehändigt.

Während die AfD in Sachsen-Anhalt zur stärksten Kraft gewählt wurde und deutschlandweit alternative Jugendzentren von Neonazis angegriffen werden, werden durch den Staat antifaschistische Strukturen gelähmt und mit massiven Repressionen belegt. 
Was wir hier erlebt haben, ist schlicht eine Machtdemonstration. Die Erfahrung zeigt, dass solches Fehlverhalten für die Polizei in der Regel folgenlos bleibt und dass Betroffene dieser Willkür auf den Schäden (körperlich, emotional oder finanziell) sitzen bleiben. Das Ende des Einsatzes ist nicht das Ende der Repression. Das volle Ausmaß wird sich in Zukunft noch zeigen.

In Zeiten der autoritären Zuspitzung, wenn der Staat zu antidemokratischen Mitteln greift um Antifaschismus und linke Organisierung zu kriminalisieren, müssen wir uns entschlossen dagegen stellen. Sich politisch zu organisieren, sich frei zu bewegen, gegen Unrecht laut zu sein, sich um einander zu kümmern anstatt sich gegenseitig klein zu machen, einander zu respektieren auch wenn wir nicht einer Meinung sind, das sind die Grundsätze unserer Räume, für die wir einstehen.

Wir sind dankbar für alle, die sich in den letzten Tagen solidarisch mit uns gezeigt haben und sich gegen Willkür und Repression aussprechen. Wir ziehen daraus Kraft und Motivation weiter zusammen zu stehen, uns zu wehren, zu kämpfen.

Wir machen weiter. Kein Schritt zurück.
AZ bleibt!

Autonomes Zentrum Aachen

8.9.2026